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Jahresbericht 2010
Angestellte ALSTOM Power

Allgemeine Lage

Nach dem schwierigen Jahr 2009, gab es für die Wirtschaft zu Beginn des Jahres 2010 die ersten positiven Anzeichen. Die EU stand zwar noch vor grossen Problemen, und mit ihr auch der Euro, aber in Deutschland entwickelte sich so langsam ein Wirtschaftswachstum. Deutschland war einmal mehr der Wirtschaftsmotor, von dem auch die Schweizer Industrie wieder zu profitieren begann. Nichtsdestotrotz war immer noch grosse Skepsis vorhanden, ob das smarte Wachstum wirklich nachhaltig ist. Zwar verbesserte sich die Situation bis Ende Jahr, aber von einer durchgreifenden Erholung der Wirtschaft konnte man Ende Jahr sicher noch nicht sprechen. Gründe dafür waren unter anderen: die schwache Wirtschaft in den USA, die Eurokrise und die Verschuldung vieler europäischer Länder.

Situation bei ALSTOM

ALSTOM schloss im März 2010 das Geschäftsjahr 2009/2010 mit einem guten Ergebnis ab. Es war aber schon damals abzusehen, dass aufgrund der schon länger andauernden Zurückhaltung in Investitionen von Grosskraftwerken - im Besonderen im europäischen und amerikanischen Markt - eine schwierige Zeit auf das Unternehmen zukommt. Alstom hatte während der Krisenjahre vom Bestellvolumen gut gelebt. Je länger aber die Krise dauerte und die Bestellungen ausblieben, musste man schlimmeres befürchten. Während andere Unternehmen so langsam aus der Krise fanden, schlitterte Alstom immer mehr in eine schwierige Situation hinein. So kam es, dass nach der bereits erfolgten Zusammenlegung von zwei Sektoren und der damit verbundenen Reorganisation, am 4. Oktober 2010 auch die Ankündigung erfolgte, weltweit 4000 Stellen zu streichen, davon 750 in der Schweiz. Was dann folgte, war aus der Optik der Schweizer Sozialpartnerschaft ein Trauerspiel. Das Dreieck: Europäischer Betriebsrat, Schweizer Arbeitnehmerverbände und Alstom Schweiz wollten nicht zusammenpassen. Das Hin und Her um dann nach mehreren Monaten ohne einen Fortschritt da zu stehen, dient letztendlich niemand. Die Firma wird im Handlungsspielraum stark beeinträchtigt und die Mitarbeitenden werden zusehend nervöser und sogar krank. Andere – in der Regel gute Mitarbeitende - ziehen die Konsequenzen und verlassen das Unternehmen, obwohl Alstom gerade sie gerne behalten würde.

Das Jahr der Angestellten ALSTOM Power

An der Generalversammlung im März 2010 bewilligten die Mitglieder die vom Vorstand beantragten Geldmittel, um die präsentierten Massnahmen zur Verbesserung der Vereinsstrukturen in die Wege zu leiten. Berufliche und private Engagements der Vorstandsmitglieder wirkten sich nämlich zusehends negativ auf die Verfügbarkeit aus und somit auf die Ressourcen für die Angestelltenvereinigung. Es geht einerseits darum den Vorstand personell zu verstärken um die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen zu können und andererseits auch das Wachstum der Mitgliederzahl anzukurbeln. Dies ist nötig und das Potential ist auch vorhanden. So nahm die Arbeitsgruppe nach der Genehmigung durch die Generalversammlung die Arbeit auf und definierte auch das Ziel. Es gab einiges zu tun, aber leider kam das Team nicht so schnell wie gewünscht voran. So konnte bis Ende Jahr, gerade wegen der diversen Engagements und auch den nicht vorhersehbaren Abwesenheiten von Vorstandsmitgliedern, nicht alles Geplante auch aufgegleist werden. Die Basis wurde aber gelegt und darauf kann jetzt aufgebaut werden, so dass im 2011 hoffentlich die ersten Früchte geerntet werden können.

Der Vorstand engagierte sich im Jahr 2010 aber auch mit vielen anderen Themen. So wurde am 24. Juni ein wunderbar gelungener ganztägiger Mitgliederausflug zu den Grimselkraftwerken organisiert. Es war der erste ganztägige Ausflug und das Interesse war gross. Für uns vom Vorstand Motivation genug, wieder einmal einen solchen Ausflug zu planen. In Anbetracht der Hiobsbotschaft vom 4. Oktober 2010, verzichtete dann aber der Vorstand darauf, den im Herbst vorgesehenen Ausflug durchzuführen. Die Planung für die Ausflüge im 2011 wurde aber fortgeführt und auch abgeschlossen. Die Ausflugsziele und die Daten werden zur gegebenen Zeit publiziert.

Wie jedes Jahr beantworteten wir diverse Fragen von Mitgliedern oder wir leiteten juristische Fragestellungen an den Rechtsdienst unseres Dachverbandes Angestellte Schweiz weiter. Im Weiteren gehörte der Besuch von Tagungen der Angestellte Schweiz und der VAA dazu. Gerne nehmen wir auch an der GV der beiden Pensioniertenvereine teil, obwohl diese zur normalen Arbeitszeit stattfinden.

Zusätzlich gefordert waren wir im Zusammenhang mit den geplanten Personalabbaumassnahmen. Insbesondere unsere Vorstandsmitglieder die zugleich auch Personalvertreter sind, mussten einigen Aufwand auf sich nehmen. Sie mussten dies in einem schwierigen Umfeld tun, weil der Prozess vom Europäischen Betriebsrat vorgegeben ist. Die Vorstandsmitglieder opfern immer wieder ihre Freizeit zum Wohl der Angestellten ALSTOM Power. Die Angestellten Alstom Power nehmen somit indirekt über unsere AVAP Mitglieder in der Personalvertretung Einfluss auf diesen schwierigen Prozess. Wir tun dies nicht mit Pauken und Trompeten und wehenden Fahnen, sondern im Dialog mit dem Management. Die rechtliche Situation ist allerdings alles andere als klar und erschwert das Vorwärtskommen beträchtlich.

Weitere Themen in Kürze

Leider konnten wir dieses Jahr wegen diverser Terminkollisionen den traditionellen Vorstands-Ausflug nicht durchführen. Dieser Ausflug dient jeweils auch der Kameradschaft und auch als Dankeschön für den Einsatz im Vorstand. Eingeladen sind jeweils auch die Revisoren, die Ehrenmitglieder sowie Mitglieder die sich im Verlauf des Jahres ebenfalls in einer Form für die Angestellten ALSTOM Power eingesetzt haben. Deshalb bedanke ich mich als AVAP Präsident an dieser Stelle noch einmal bei allen Kolleginnen und Kollegen für die Arbeit und das Engagement im Interesse der Angestellten ALSTOM Power.

Baden, 2. Februar 2011

Andreas Vock
Präsident "Angestellte ALSTOM Power"